November

Der November ist in fast allen europäischen Kulturen der Monat, in dem man der Toten gedenkt.
In der christlichen Welt sind die Tage Allerheiligen und Allerseelen (1. und 2. November) die Totengedenktage.

Die Gräber werden geschmückt und es werden Lichter angezündet. Sehr beeindruckt hat mich vor Jahren der Besuch auf einem Friedhof, der ein Areal hat, für Gräber der Sinti und Roma. Die Großmutter meines Mannes erzählte mir, dass zu den Totengedenktagen die Sippen anreisen und an den Gräbern, zusammen mit den Verstorbenen, ein Fest feiern. Dazu gehört Essen, Trinken und Musik.

Die Idee, den Toten durch Teilhabe an Fröhlichkeit und dem Leben die Ehre zu erweisen, fand ich damals sowohl befremdlich, als auch sehr faszinierend. In unserer Kultur ist die Erinnerung an die Toten ja eher mit der Trauer verbunden, dass sie nicht mehr unter uns sind.

Jahre später las ich etwas über das keltische Fest Samhain. Für die Kelten endete mit dem Novembervollmond das Jahr. In dieser heiligen Zeit stand, nach ihrem Glauben, das Tor zur Anderwelt, in der die Seelen der Verstorbenen leben, offen. Man bereitete den Toten bestimmte Speisen zu und entzündete auch Lichter, um ihnen den Weg zu weisen.
Andererseits musste man sich gleichzeitig vor dämonischen Wesen schützen,  die zu dieser Zeit ebenfalls das Tor zur Anderwelt durchquerten und Unheil bringen konnten.
So entstand der Brauch, ausgehöhlte Rüben aufzustellen, in die Fratzen geschnitzt waren und in die man Kerzen stellte. Diese Laternen wurden an den Totentagen aufgestellt um böse, umher gehende Geister abzuschrecken.
Dieser Brauch ist von Amerika in Form von ausgehöhlten Kürbisfratzen wieder zunehmend nach Europa zurückgekehrt, da viele keltische Iren nach Amerika ausgewandert sind.
Heute wird das Totenfest Halloween in der Nacht zum ersten November gefeiert. Man verkleidet sich gruselig und die Kinder betteln nach Süssigkeiten und drohen mit Schabernack.

 

Als ich älter wurde und immer mehr liebe Menschen durch das Tor ohne Wiederkehr gegangen sind, stellte sich für mich die Frage, wie man der Toten gedenken kann.
Ich wohnte mittlerweile weit weg von den Gräbern meiner Ahnen und ich wollte ihrer nicht in Trauer gedenken. Persönlich finde ich die Idee, einmal im Jahr alle lieben Verstorbenen einzuladen um ihrer zu Gedenken, schön und würdig. Also praktiziere ich ein ganz persönliches Gemisch aller Gedenkkulturen.

Am Abend des Novembervollmondes zünden mein Mann und ich im Garten ganz viele Lichter an, manchmal auch ein Feuer. Wir setzen uns ans Feuer und trinken auf jeden Toten einen Schluck und giessen für ihn auch einen Schluck auf den Boden.
Wir erzählen uns Geschichten über die Verstorbenen, die auch gerne lustig sein können.
So haben wir das Gefühl, dass sie in unseren Herzen weiterleben und an diesem Tag auch bei uns sind. Anschliessend stelle ich einen Teller mit Totenspeisen in den Garten (Nüsse, Äpfel,Griessbrei oder Haferflockenbrei). Das ist die symbolische Speisung der Toten. Traditionell sollten die Speisen weiss sein (weiss ist die Farbe der Geister) und nicht gesalzen. Was nach ein paar Tagen noch über ist (nicht viel !!) entsorge ich auf dem Kompost. Dies soll nur ein Beispiel sein, wie man ein Totengedenken auch gestalten kann. Ich finde, das dieses etwas ganz persönliches ist und deswegen auch persönlich gestaltet werden sollte.

 

Ansonsten hat die Natur im November noch so manches Highlight zu bieten:

Mystische Nebelstimmungen wechseln sich ab mit Stürmen, die auch noch die letzten Blätter von den Bäumen wehen. Die Natur begibt sich nun in die Ruhephase.
Erste Fröste und der erste Schnee lassen alle oberirdischen Blüten und manche Pflanzen absterben.
Aber das neue Leben ruht nun in der Form von Samen in der Erde und wartet. Wer mit den Jahreszeiten leben möchte, tritt nun auch den Weg nach innen an.
Versuchen Sie in den Wintermonaten einen Weg zu sich und in die Stille zu finden.

Eine schöne Meditation für diese Zeit ist die Meditation mit der linksdrehenden Spirale. Die Spirale ist eine der schönsten Naturformen. Man findet sie sehr häufig in der Natur z. B. an Schneckenhäusern, oder an sich entrollenden Farnwedeln und in Wasserstrudeln. Sie ist ein Symbol für einströmende (linksdrehend) und ausströmende (rechtsdrehend) Kräfte. Bei der Meditation mit der linksdrehenden  Spirale geht es um die einströmenden kosmischen Kräfte, die sich im tiefsten Inneren der Spirale bündeln. Man sagt,  dass  an diesem tiefsten Punkt die göttliche Kraft und das universelle göttliche Licht wohnen.

Also ist der Weg in die Spirale, in die Verinnerlichung,  der Weg zu Gott und zum inneren Licht in jedem Menschen.
Das ist übrigens auch der Ort der Stille, ohne die man nur schwerlich zu sich selbst finden kann (oder auch zu Gott).

 

Novembermeditation mit der linksdrehenden Spirale

Fertigen Sie sich ein Bild mit der linksdrehenden Spirale.
Machen Sie sich beim Anfertigen Gedanken, welche Farbe der Weg nach innen für Sie hat und wie die Mitte aussehen könnte.

Meine Spirale ist in Grün gehalten. Grün ist die Farbe der Vitalität und der Pflanzen. Die Betrachtung von Pflanzen bringt mich meistens in meine Mitte und in die Stille und in den inneren Frieden, deswegen grün. Der goldene Punkt symbolisiert für mich „den stillen Ort“. Das ist der Ort in meinem Inneren,  der fähig ist, mir Kraft und Ruhe zu geben. Eine Patientin, die mit der Spirale gearbeitet hatte, berichtete mir,  dass in ihrer Mitte eine helle Flamme brannte - auch ein schönes Bild.

Schaffen Sie sich nun einen schönen Ort für die Meditation. Er sollte für Sie Geborgenheit ausstrahlen.
Nun betrachten Sie Ihre Spirale.
Wenn Sie die Linien entlanggehen, sehen Sie die ewige Bewegung des Universums.
Auf das Einströmen folgt das Ausströmen.
Versuchen Sie Beispiele für diese Bewegung zu finden, sowohl das Allgemeine betreffend (Einatmen- Ausatmen), als auch Sie persönlich betreffend.

Wie sieht Ihre Mitte aus?
Lassen Sie sich genug Zeit für einströmende Kräfte?
Wenn nicht, dann versuchen Sie heraus zu finden, wie Sie Lebenskraft spiralförmig in sich hinein holen können und wann Sie an den stillen Ort in Ihrer Mitte gehen möchten, um Ruhe und Kraft zu tanken.
Die Gegenbewegung der Spirale ist das Ausströmen der Kraft.
In welchen Situationen fällt es Ihnen leicht, Ihre Kraft auch wieder herausströmen zu lassen?
Schreiben Sie Ihre Antworten auf diese Betrachtungen auf. In der Übersicht können Sie dann sehr gut feststellen, wie Sie mit Ihren Energien umgehen. Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen November in Ihrer stillen Mitte.

Heilpflanze des Monats

Beifuss

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